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W. Kandinsky – Violett

Kandinskys Bühnenkomposition »Violett« (ab 1914) beschäftigt mich schon seit meiner Studienzeit. Es ist im wahrsten Sinne ein Gesamtkunstwerk, das die theatralische Phantasie des Zuschauers einfordert und die bildliche Imaginationskraft des Regiesseurs herausfordert.

Entstanden ist das Stück aus dem Geist des Kabaretts der Münchener Jahre vor dem ersten Weltkrieg und im Laufe seiner lebenslangen Weiterarbeit an dem Stück fügte Kandinsky immer weitere Elemente der Handlung hinzu – Elemente, die jedes Mal seine stilistischen Wandlungen reflektieren. Die »Bühnenkomposition«, angesiedelt zwischen Sprech- und Bildertheater, nutzt auch Elemente einer Installation; die Musik ist jedoch (für die der Amateur-Cellist Kandinsky einige kurze Skizzen verfasst hat) das konstituierende Element.