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Chr. W. Gluck – Orphée et Euridice

2011 werde ich für das Festival für Alte Musik in Torroella y Montegrí – einem Dorf in Katalonien ganz in der Nähe von Salvador Dalís Wohnort Púbol – Glucks Französische Version des »Orphée« inszenieren. Dirigieren wird Ottavio Dantone die Academia Byzantina. Wir haben uns für die französische Version und für die Besetzung des Orphée mit einem Bariton entschieden.

Für mich ist die Geschichte des Orpheus weniger die Geschichte eines Musikers, als eine Auseinandersetzung mit dem Prozess des Reifens. Ein Prozess der hauptsächlich über Selbstreflexion erreicht wird. Das Reifen eines Jungen zum Mann, die Entwicklung eines Menschen zur Humanität. Dieses An-sich-selbst-Reifen ist nur über das Erkennen von Leid durch einen Verlust möglich (und hier trifft sich auch ein Strang der Interpretation mit der Geschichte Parsifals). Der musikalische Kontext erfordert jedoch ein sehr genaues Studium der musikalischen Sprache Glucks, die mit sublimen Affekten weitgehend frei von effekthaschenden Momenten ist.