W. A. Mozart – Cosí fan tutte
2010 habe ich erneut das Vergnügen, eine Oper von Mozart zu inszenieren. Diesmal wird es »Cosí fan tutte« für Salamanca und damit dann schon meine vierte Realisation einer Mozart-Oper sein. Man kann niemals genug an Werken von dem menschlichsten aller Komponisten arbeiten.
Zwar ist das Libretto mit fast aristotelischer Einheit angelegt, doch das ist nur einer der Kunstgriffe da Pontes. »Cosi« ist nicht nur eine Oper der Irrungen und Wirrungen der Herzen, der Verkleidungen und des Ringens um die Liebe. Mozarts Zeit war die Zeit der Vorbereitung tiefgreifender gesellschaftlicher Änderungen. Und so ist die Oper eigentlich auch als allegorische Sozialgeschichte zu lesen.
Es scheint, als ob die Protagonisten (und hier zuerst die Männer) in ihren Moralvorstellungen stehenbleiben, sich an sie klammern und nicht in der Lage sind, sich einem Wandel auszusetzen und den veränderten sozialen Vorstellungen zu öffnen. Die Konflikte des gesellschaftlichen Wandels werden hier wie im Brennglas auf die Privatsphäre projeziert.
